VfR Birkmannsweiler 1938 e.V.

Die Abteilung ist wie eine Familie

30. October 2008 | Autor: kuebi

Am Mittwoch erschien in der Fellbacher Zeitung ein Porträit über Werner Bürkle.

 

Der ehemalige Schmidener Werner Bürkle, 64, und sein Ehrenamt beim VfR Birkmannsweiler
 
Ein Schmidener, der einst beim SV Fellbach Fußball gespielt hat, ist seit bald 29 Jahren Abteilungsleiter der Tischtennisspieler beim VfR Birkmannsweiler. Werner Bürkle hat dort die erste Mannschaft bis in die Oberliga geführt.

 

Von Michael Käfer
 

Es ist Werner Bürkle sichtlich unangenehm, von einem Journalisten über sein Ehrenamt als Abteilungsleiter der Tischtennisspieler des VfR Birkmannsweiler befragt zu werden. Lieber wäre es dem aus Schmiden stammenden 64-Jährigen, wenn man über die Begegnungen seiner ersten Mannschaft vermehrt berichten würde. Oder über die darin versammelten Spielerpersönlichkeiten wie den mehrfachen Afrikameister Thomas Ogunrinde, die aus Nigeria stammende Nummer zwei des Oberligisten.
 

Aber auch wer über Thomas Ogunrinde oder seinen serbischen Mannschafts-kollegen Momcilo Bojic, der als Spielertrainer vom Zweitligisten TSG Steinheim nach Birkmannsweiler wechselte, schreiben würde, käme irgendwann auf Werner Bürkle zurück.
 

Die Suche nach einem bezahlbaren Bauplatz trieb den damaligen Bezirks-klasse-Spieler 1979 von Schmiden nach Birkmannsweiler. Kaum war er in die erst 1977 gegründete Abteilung eingetreten, da meinte er, als Abteilungsleiter mehr bewegen zu können als sein Vorgänger. Als Mann der Tat stellte er sich zur Wahl. Seit April 1980 ist er Anführer von inzwischen 120 Tischtennis-Spielern des Vereins für Rasenspiele.

 

Aus der Kreisklasse C, seinerzeit die unterste Liga, stieg die erste Mannschaft auf. Insgesamt stieg sie neunmal auf. Bis in die Oberliga. Dort war die Equipe zunächst willkommener Punktelieferant für ihre Gegner und landete in der vergangenen Saison mit 5:27 Punkten nur deshalb auf einem Nichtabstiegs-platz, weil der TSV Wendlingen seine Mannschaft zurückgezogen hatte.

 

Aktuell rangiert der VfR dagegen trotz einer knappen Niederlage am Wochenende punktgleich mit dem Tabellenvierten auf Rang fünf. Ein überaus respektabler Platz in einer Liga, in der nicht nur Spitzenspieler für ihre sportlichen Bemühungen mehr verlangen als ein warmes Abendessen nach einer Auswärtspartie. Zu seinen Hauptaufgaben zählt Werner Bürkle konsequenterweise die Suche nach Sponsoren.

 

Etwa 25 großzügige Unterstützer hat er gefunden. Darunter ist auch die von ihm und einem Partner gegründete Fellbacher Firma AWK. Inzwischen haben beide die Geschäftsführung des auf Arbeits- und Wetterschutzbekleidung spezialisierten Unternehmens in die Hände ihrer Söhne übergeben. Ganz lösen konnte sich Werner Bürkle von seinem Beruf jedoch nicht. Als Controller arbeitet er noch zwei Tage pro Woche in dem Betrieb, hat jetzt aber mehr Zeit für ausgedehnte Reisen.
 

Nach wie vor zeitintensiv sind die Aufgaben beim VfR Birkmannsweiler. “Ich führe die Abteilung wie meine Familie”, sagt Werner Bürkle, der sich auf gut Schwäbisch als “lompig, fetzig, aber ehrlich” beschreibt. Er versteht sich als Problemlöser, der neue Spieler auch beruflich und sozial in dem Winnender Teilort integrieren möchte. Dabei finden beim VfR nicht nur Leistungssportler eine Heimat. Rund 70 Spieler sind regelmäßig beim Training, darunter etwa 35 Kinder und Jugendliche. Insgesamt 14 Teams nehmen am Spielbetrieb teil. Mit jugendlichen Migranten gibt es zudem ein vom Württembergischen Landes-Sportbund gefördertes Kooperationsprojekt. Lediglich eine reine Freizeit-Mannschaft fehlt.

 

Dafür ist schlicht kein Platz, denn “die Halle ist mittlerweile zu klein”, sagt Werner Bürkle. Auch so stehen beim dreimal pro Woche stattfindenden Training zwölf Tische dicht gedrängt im Übungsraum, für den die Abteilung eine vierstellige Summe pro Jahr an die Gemeinde überweist.

 

Diesen finanziellen Aderlass findet der ehemalige Schmidener, der für den SV Fellbach bis zur A-Jugend Fußball gespielt hatte, wenig amüsant. Schließlich mache die Abteilung erhebliche Anstrengungen, um Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu ermöglichen.
 

Bis ihn eine Knieverletzung stoppte, ging Werner Bürkle selbst mit Schläger und Zelluloidball auf die Jagd nach Pokalen. Inzwischen sammelt er nur noch als Funktionär für seine Abteilung Auszeichnungen ein. Auf den Pokal bei der jährlichen Sportlerehrung in Winnenden muss er jedoch zumeist verzichten. Zeitgleich spielt üblicherweise die erste Herrenmannschaft, “und da kannst du natürlich nicht fehlen”, sagt Werner Bürkle.

 

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