Spielberichte Herren vom 04./05.11.
Am vergangenen Spieltag stellte natürlich die erfolgreiche Aufholjagd der Herren I gegen Spitzenreiter Ochsenhausen II den Höhepunkt dar. Am Tag darauf verlor die vierte Formation des VfR unerwartet hoch gegen Schmiden, während die Herren V weiter erfolgreich sind.
Vor der stattlichen Kulisse von 100 Zuschauern bog der VfR Birkmannsweiler ein 5:8 noch um und feierte damit im Gipfeltreffen der Verbandsliga gegen den Tabellenführer TTF Ochsenhausen II noch ein verdientes Unentschieden.
Vor allem der junge Berkan Özler legte in einer mitreißenden Partie gegen den bis dato unbesiegten Huber den Grundstein zu diesem furiosen Finale. Heinz Klinger und im Abschlussdoppel Thomas Ogunrinde und Roman Domagala brachten die Halle schließlich zum Toben. Ogunrinde und Domagala waren schon zu Beginn von Ruf/Ludwig nicht zu bezwingen. Das Duell zwischen den jeweils noch ungeschlagenen Paarungen Ulrich Roos/Heinz Klingler und Sabo/Huber entwickelte sich zu einem spannungsgeladenen Schlagabtausch. Nach verlorenem Auftaktsatz hatten Uli und Heinz bei 10:6 im zweiten vier Satzbälle, die sie aber alle vergaben und so noch 11:13 verloren. Der dritte Durchgang war dann fest in der Hand des VfR, doch der vierte sollte wieder ein Wechselbad der Gefühle bieten. Denn Sabo/Huber erspielten sich ihren ersten Matchball zum 10:9 mit einem Kantenball. Doch den vereitelten die routinierten Uli und Heinz genauso wie den Ball zum Sieg der jungen Ochsenhausener beim 10:11, um im Anschluss das Glück auf ihrer Seite zu haben. Denn Uli und Heinz hatten mit einem Netzroller beim 13:12 ihre erste Möglichkeit, einen Entscheidungssatz zu erzwingen. Und erfahren wie sie nun mal sind, ließen sie diese Gelegenheit nicht verstreichen. Im fünften Abschnitt führten Uli und Heinz dann bereits 10:5, ehe Sabo/Huber die ersten drei Matchbälle abwehrten. Was folgte, war ein „Time-Out“ von Thorsten Schiek, das fruchtete. Denn den folgenden Punkt zum 11:8 brachte den Sieg für Uli und Heinz, die ganz nebenbei ihre Serie auf 5:0-Siege ausbauten. So ging es mit einer 2:1-Führung in die Einzel. Thomas Ogunrinde hätte am oberen Paarkreuz gegen Kamberov dafür sorgen können, dass diese weiter Bestand hat. Doch er unterlag nach 2:0 in den Sätzen noch deutlich dem klug agierenden Bulgaren. Doch nun war Birkmannsweiler am Drücker und übernahm in der Mitte durch Siege von Roman Domagala und Ulrich Roos gegen das dort nach Bilanz beste Paarkreuz mit Sabo und Ruf erneut die Führung. Die Partie zwischen Domagala und dem 18-jährigen Benjamin Sabo war geprägt von vielen langen Ballwechseln. Den schönsten schloss Roman im dritten Satz zum 9:2 mit einem mächtigen Vorhand-Gegenzieher ab. Im hinteren Paarkreuz führte Berkan Özler die überzeugenden Auftritte nahtlos fort. Berkan ließ Thomas Ludwig, mit 27 Jahren der Senior im Team der TTF Ochsenhausen, in den ersten beiden Durchgängen beim 11:5 und 11:8 überhaupt nicht zur Entfaltung kommen. Zwar sah sich Berkan im dritten einem Satzball gegenüber, doch er siegte schließlich in der Verlängerung und baute so die Führung auf 5:3 aus. Dass die Bundesligareserve aus Ochsenhausen aber nicht zufällig an der Spitze der Verbandsliga steht, bewies sie durch fünf Spielgewinne infolge zum 5:8. Dabei hatten aber auch Thomas Ogunrinde und Roman Domagala denkbar knapp im Finalsatz mit 10:12 bzw. 8:11 das Nachsehen. Das Spitzeneinzel zwischen Thomas und Ionescu brachte seinen spektakulärsten Ballwechsel am Ende des ersten Abschnitts hervor. Thomas drängte den jungen Rumänen vom Tisch, dieser setzte sich zwar noch mit ein paar Schlägen aus der Ballonverteidigung zu Wehr, doch Thomas verwandelte den entscheidenden Schmetterball zum 11:9-Satzgewinn. Auch im zweiten war Thomas der druckvollere Akteur und spielte wie schon zuvor gegen Kamberov eine 2:0-Satzführung heraus. Doch nun wendete sich das Blatt, Ionescu führte Regie und demonstrierte, wieso er bisher nur gegen Gnadentals Peng Gao und Markus Teichert vom SSV Reutlingen den Kürzeren gezogen hatte. Der fünfte Satz musste also die Entscheidung bringen und hier sah es gut aus für Thomas Ogunrinde. Er lag beim 8:6 in Front, ehe die Gäste ein „Time-Out“ wählten. Der weitere Verlauf war nichts für schwache Nerven. Zuerst erhöhte Thomas auf 9:6, dann glich Ionescu beim 9:9 aus. Doch Thomas war derjenige, der sich den ersten Matchball erspielte. Über den Sieg konnte er sich dennoch nicht freuen, dies war Ionescu durch drei Punktgewinne infolge zum 10:12 vergönnt. Roman Domagala lag gegen Ruf zunächst ebenfalls vorne. Dies hatte er vor allem seinen Kämpferqualitäten zu verdanken. Denn sowohl den ersten als auch den dritten Durchgang konnte Roman nach jeweiligen Rückstand noch für sich verbuchen und ging so mit 2:1-Sätzen in Front. Im vierten Abschnitt war dann der junge Ruf der Bessere. Auch im Entscheidungssatz führte der 18-Jährige ständig, was ihm beim 10:6 gleich vier Bälle zum Spielgewinn einbrachten. Die ersten zwei konnte Roman Domagala noch zunichte machen, doch die dritte Möglichkeit zum 8:11 gehörte Ruf. Auf Seiten des VfR machte sich nun Ernüchterung breit, denn es schien nur noch eine Frage der Zeit zu sein, wann die Gäste den neunten Punkt zum Sieg machen sollten. Zumal Berkan Özler auf Huber traf, der eine makellose 10:0-Bilanz aufweisen konnte. Berkan machte im ersten Durchgang beim Stand von 5:9 sechs (!) Punkte am Stück und ging 1:0 nach Sätzen in Führung. Nun gingen in der Halle die Lichter aus. Doch der eigentliche Nervenkitzel sollte erst noch folgen – der zweite Abschnitt! Zunächst schien Berkan die unerwartete Pause besser wegzustecken, denn er dominierte mit 6:2 das Geschehen. Doch Thomas Huber nahm fortan das Heft in die Hand und stand bei einer 10:8-Führung seinerseits dicht vor dem Satzausgleich. Doch Berkan punktete nun dreimal in Serie zum 11:10. Doch erneuter Gleichstand – 11:11. Eine weitere Unterbrechung folgte, als Schiedsrichterassistent Ralph Nägele aus Schwäbisch Gmünd in den Mittelpunkt rückte und Berkans Freund die rote Karte zeigte. Dieser hatte nach dem Geschmack von Nägele zu lautstark angefeuert. Und weiter ging’s! 11:12 und damit der dritte Satzball für Huber. Doch vergeben! Seinen Frust brachte der 26-jährige Student mit dem Wurf seines Schlägers auf den Tisch zum Ausdruck. Eigentlich werden solche Unmutsäußerungen mit einer gelben Karte geahndet. Nägele hatte seine Hand auch schon griffbereit an der Hemdtasche, doch die Karte ließ er nach langem Überlegen doch stecken und ließ so eine gewisse Konsequenz vermissen. Zum Glück trat nun wieder das Sportliche in den Vordergrund. Berkan hatte zwar beim 13:12 nochmals eine Chance auf eine 2:0-Satzführung, unterlag schließlich aber 13:15 und so hatte Huber zum 1:1 ausgeglichen. Weitaus emotionsloser die Abschnitte drei und vier. Den dritten dominierte Berkan mit 11:6, im vierten war dann Huber beim 11:3 Herr der Lage. Also musste erneut ein alles entscheidender fünfter Durchgang her, der wiederum einiges zu bieten hatte. Berkan erwischte den besseren Start und gewann die ersten vier Punkte. Doch nach dem Seitenwechsel hatte ihn Huber nicht nur ein- (5:5), sondern gar überholt (5:6). Diesen Spielfluss wollte der VfR mit einer Auszeit unterbinden. Es hatte zunächst auch die gewünschte Wirkung, denn Berkann nahm die Führung wieder an sich (8:7). Doch Huber gab nicht klein bei und schlug zurück (8:9). Doch am Ende spielte sich Berkan, auch getragen von den Zuschauern, einfach in einen Rausch und fügte mit dem 11:9 Huber die erste Niederlage zu. Der Stromausfall sollte nicht symbolisch für den VfR stehen, denn beinahe unbemerkt hatte auch Heinz Klingler in toller Manier Thomas Ludwig in vier Sätzen auf Distanz gehalten, womit beim 7:8 das Abschlussdoppel erreicht war. Damit hatten zuvor noch eher wenige gerechnet. Doch motiviert bis in die Haarspitzen und angestachelt von den fantastischen Leistungen ihrer Mannschaftskameraden wollten Thomas Ogunrinde und Roman Domagala die grandiose Aufholjagd zu einem versöhnlichen Ende bringen. Sie begannen wie die Feuerwehr und führten 8:2, ehe sie beim 10:7 die ersten Satzbälle hatten. Zwei konnten Ionescu und Kamberov noch vereiteln, doch Ogunrinde/Domagala holten sich Satz eins mit 11:9. Der zweite Durchgang ging mit demselben Resultat an die Gäste. Im dritten Abschnitt verwandelten Thomas und Roman ihren zweiten Satzball zum 12:10, die erneute Führung. Und die gaben Thomas und Roman auch nicht mehr ab und sorgten mit dem 11:7 im vierten Durchgang über die zuvor unbesiegten Ionescu/Kamberov für grenzenlosen Jubel. Mit derzeit 11:1 Punkten bleibt Birkmannsweiler hinter Ochsenhausen II (12:2) Tabellenzweiter und der Zweikampf weiter spannend.
VfR Birkmannsweiler – TTF Ochsenhausen II 8:8
Ogunrinde/Domagala – Ruf/Ludwig 3:1
Krawczyk/Özler – Ionescu/Kamberov 1:3
Roos/Klingler – Sabo/Huber 3:2
Ogunrinde – Kamberov 2:3
Krawczyk – Ionescu 0:3
Domagala – Sabo 3:0
Roos – Ruf 3:1
Özler – Ludwig 3:0
Klingler – Huber 1:3
Ogunrinde – Ionescu 2:3
Krawczyk – Kamberov 1:3
Domagala – Ruf 2:3
Roos – Sabo 1:3
Özler – Huber 3:2
Klingler – Ludwig 3:1
Ogunrinde/Domagala – Ionescu/Kamberov 3:1
Kreisliga B: VfR Birkmannsweiler IV – TSV Schmiden 3:9
Nach vier Siegen infolge erwischte es die vierte Formation des VfR gegen den Fünften doch unerwartet deutlich. Zum einen lag dies am 0:3-Fehlstart in den Doppeln, zum anderen an der Tatsache, dass von 16 knappen Sätzen lediglich drei vom VfR gewonnen wurden. So konnten nur in der Mitte Benny Sonntag gegen Haala und im Spitzenpaarkreuz Alexey Bogdanov und Florian Solleder gegen Traunecker gewinnen. Vor allem der Erfolg von Flo Solleder entzückte den zuschauenden Thorsten Schiek so sehr, dass er ihn mit den Worten „jetzt hat sich Flo wieder in die Herzen seiner Fans gespielt“ kommentierte. Mit nunmehr 8:4 Zählern ist der VfR auf Rang vier zurück gefallen.
Kreisklasse A: VfR Birkmannsweiler V – SV Fellbach III 9:4
Mit einem standesgemäßen Erfolg über das Schlusslicht aus Fellbach haben sich die Herren V erneut auf einen Aufstiegsplatz katapultiert. Sie belegen mit 9:3 Punkten hinter Topfavorit SpVgg Rommelshausen II den zweiten Rang. Hervorzuheben ist natürlich das mittlere Paarkreuz mit Dennis Glinicki und Karl-Heinz Klöpfer, die gegen Kleindienst und Schmid voll abräumten und alle vier Einzel gewannen. Beide waren zudem schon in den Eingangsdoppeln an der Seite ihrer jeweiligen Partner erfolgreich.
Dennis siegte gemeinsam mit Martin Kübler gegen Kleindienst/Nitzsche, während Karl-Heinz Klöpfer zusammen mit Rolf Britzger Schmid/Lutz beherrschte. Die restlichen Spielgewinne steuerten Markus Britzger und Martin Kübler am Spitzenpaarkreuz jeweils gegen Rikker sowie Rolf Britzger gegen Nitzsche bei.
Kreisklasse C: VfR Birkmannsweiler VI – TV Stetten III 9:0
von Mike Schwägle
Nachdem die glorreichen Kämpen des VfR VI sich letzte Woche durch eine bittere 7:9-Niederlage beim TSV Schnait III von der Tabellenführung verabschiedet hatten, war man gespannt, wie das Team diese Pleite verdauen würde. Diese Erwartung war jedoch völlig überflüssig, denn auch wenn’s mit der Leistung manchmal nicht so ganz hinhaut, den Seelenzustand der meisten Teammitglieder kann man mit „souveräner Gelassenheit“ umschreiben.
Diese war gegen den TV Stetten III auch durchaus angemessen, denn die Gäste reisten stark ersatzgeschwächt an. Die Eingangsdoppel verliefen durchaus spannend, allerdings ging der VfR durch Siege mit 3:1 bzw. zwei Mal 3:2 Sätzen trotzdem mit 3:0 in Führung. Dass die Stettener damit schon einen Großteil ihres Pulvers verschossen hatten, konnte man zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen, zeigte sich aber ziemlich schnell in den nächsten Einzeln.
Erst beim Stand von 7:0 für den VfR gab es nochmals ein enges Spiel: Harry Mattern wäre nach mehrmonatiger Pause fast Opfer seines Trainingsrückstandes geworden, konnte sich gegen den Stettener Glauning dann aber im Entscheidungssatz doch noch klar durchsetzen. Nur Formsache war der abschließende 3:0-Sieg von VfR-Junior Daniel Simpfendörfer zum 9:0 Gesamterfolg des VfR.
Jetzt macht der VfR VI erst einmal ein paar Wochen Pause, ehe er im letzten Vorrundenspiel beim TSV Schmiden III sein positives Punktekonto auszubauen gedenkt.






