Birkmannsweiler steigt nach Herzschlagfinale in die Verbandsliga auf
Verbandsklasse Nord: VfR Birkmannsweiler – SG Schorndorf 9:7
Alfred Hitchcock hätte es nicht spannender inszenieren können! Mit dem knappsten Ergebnis entschied der VfR das Kopf-an-Kopf-Rennen mit Schorndorf vor mehr als 100 Zuschauern am 25.April 2004 zu seinen Gunsten und durfte sich als Meister auf die höchste württembergische Spielklasse freuen.
Die Ausgangslage vor diesem Endspiel war klar. Um die in der Tabelle einen Punkt besser platzierten Schorndorfer (32:2 Punkte) noch abzufangen, benötigte der VfR (31:3 Punkte) einen Sieg, um selbst die Spitzenposition noch einnehmen zu können. Beide Mannschaften hatten über die gesamte Saison das Geschehen in der Verbandsklasse Nord beherrscht, wobei Schorndorf aufgrund des 9:6-Hinspiel-Erfolges und der besseren Ausgangssituation leicht favorisiert war.
In den Eingangsdoppeln erspielten sich die Gäste dann auch eine 2:1-Führung, da für Birkmannsweiler lediglich das Spitzendoppel Richard Chudik/Marek Krawczyk gegen Szeker/Schmid punkten konnte. Der in der Rückrunde noch ungeschlagene Chudik verlor zwar gegen Szeker etwas überraschend den ersten Durchgang, setzte sich dann aber in den darauf folgenden Sätzen mit seinem druckvollen Spiel durch und markierte den 2:2-Ausgleich. Am Nebentisch präsentierte sich Krawczyk in bestechender Form und hatte gegen die Schorndorfer Nummer eins, Majer, beim 10:9 und einer 2:1-Satzführung Matchball. Leider konnte er diesen nicht verwandeln und unterlag im Entscheidungssatz – 2:3.
Den erneuten Ausgleich zum 3:3 stellte anschließend Thorsten Schiek her, der seinen früheren Urbacher Mannschaftskollegen, Tomaschek, nie zur Entfaltung kommen ließ. Eine gute Vorstellung bot trotz Niederlage auch Bobby Grumaz gegen Rak, einem der besten Spieler des mittleren Paarkreuzes – 3:4
Doch auch zum dritten Mal in Folge kam Birkmannsweiler zum Ausgleich. Dafür sorgte Sebastian Schulz, der Schmid nach verlorenem ersten Abschnitt klar beherrschte – 4:4.
Schorndorf holte sich durch den Erfolg von Aytan gegen Benjamin Bärtl im Anschluss die „5:4-Halbzeit-Führung“. Das Spitzeneinzel zwischen Chudik und Majer war geprägt von tollen Ballwechseln, die die Zuschauer mit viel Beifall honorierten. Im fünften Durchgang hatte Chudik beim 7:10 drei Matchbällen gegen sich, als er durch ein selbst genommenes „Time-Out“ nochmals auf 9:10 herankam. Doch der routinierte Majer behielt die Nerven und erhöhte für Schorndorf auf 6:4. Damit waren die Gäste nur noch zwei Spielgewinne vom Sprung in die Verbandsliga entfernt, da ihnen schon ein Unentschieden zur Meisterschaft genügte. Doch der VfR blies zur Aufholjagd und Krawczyk war der Erste, der durch einen überzeugenden Sieg über Szeker seine Rückrundenbilanz auf beachtliche 15:3 schraubte und Birkmannsweiler wieder auf 5:6 heranbrachte. Zwei „Big Points“ landeten am mittleren Paarkreuz dann Schiek und Grumaz. Dabei ließ sich Schiek nach dem Gewinn des ersten Abschnittes gegen Rak auch nicht von zwei vergebenen Satzbällen beim Stand von 10:8 und dem anschließenden Satzverlust aus der Ruhe bringen. Durch eine spielerisch wie kämpferische herausragende Leistung stellte er mit seinem zweiten Einzeltriumph den Gleichstand zum 6:6 her. In nichts nach stand ihm an der Nachbarplatte Grumaz, der gegen Tomaschek genau die Leistung abrufen konnte, mit der er vor zwei Wochen die Bezirks-Rangliste gewonnen hatte. Der VfR lag mit 7:6 in Führung, was nach dem 1:0 zu Spielbeginn durch Chudik/Krawczyk erst zum zweiten Mal der Fall war. Schulz behielt dann in einer von Emotionen geprägten Partie gegen Aytan kühlen Kopf und erhöhte auf 8:6. Leider konnte Benjamin Bärtl die Chance, mit einem weiteren Erfolg über Schmid die gesamte Begegnung zwischen Birkmannsweiler und Schorndorf zu beenden, nicht nutzen, sodass es in diesem „Aufstiegsendspiel“ zu einem echten „Showdown“ kam. Zwar führte der VfR noch mit 8:7 benötigte aber auch im alles entscheidenden Abschlussdoppel noch einen Sieg, um die Sektkorken endgültig knallen lassen zu können.
Es gingen für Birkmannsweiler Chudik und Krawczyk an die Platte, während Schorndorf das neuformierte Duo Majer/Rak aufbot. Einen Traumstart erwischten Chudik/Krawczyk als sie im ersten Satz gleich auf 6:0 davonzogen. Doch die Schorndorfer fanden nun besser ins Spiel und gingen ihrerseits 9:6 in Front. Zwar gelang den Gastgeberin noch der 9:9-Ausgleich, doch Majer/Rak ließen sich den Gewinn des Durchgangs nicht mehr nehmen.
Der VfR kam zum Satzausgleich, ehe der dritte Abschnitt der spannendste der gesamten Partie werden sollte. Dabei ließen Chudik und Krawczyk mehre Satzbälle ungenutzt, ehe schließlich den Gästen der Satzgewinn mit 23:21 gelang. Doch unbeirrt von dieser Tatsache ließen sich Chudik/Krawczyk nicht aus dem Konzept bringen und erzwangen einen Entscheidungssatz, den sie nach 2:5-Rückstand noch mit 11:9 hauchdünn ebenfalls für sich entschieden.
Der Rest war nur noch Jubel, Trubel, Heiterkeit………………






